Die ELV WS 500 ist keine Station, bei der schnell das Fazit "kaufen" oder "nicht kaufen" feststeht - hier ist mehr Geduld gefragt. Nicht ohne Grund ist die Diskussion zur WS 500 im Forum in Sachen Beitragszahl die umfangreichste, die hier je geführt wurde.
Dieser Testbericht versucht, die Eindrücke zusammenzufassen und zu ergänzen.
Was macht die Station nun so diskussionswürdig? Einerseits ist es der Ansatz von ELV, nach dem Ende der modularen WS 2500 eine von Grund auf neu entwickelte Station mit Kombi-Sensor anzubieten. Damit werden die Montage und der Funkbetrieb zwar einfacher, aber man erkauft sich auch einige Nachteile.
Überspitzt ausgedrückt fungierten zudem die ersten WS 500-Käufer als ungewollte Beta-Tester: Seitenweise wurden Fehler gesammelt und zur Beseitigung an ELV übermittelt. Dort war man dann zumindest bemüht und in vielen Punkten der Fehlerbeseitigung auch rasch erfolgreich.
Man sieht, das gespaltene Bild zieht sich durch diesen kompletten Bericht.
Viel Sensorik für den Preis:
Für rund 300 Euro war eine solche Sensorik-Vielfalt bisher nicht erhältlich. Im Test fiel zudem die gute Verarbeitung des Kombi-Sensors auf, der komplett zerlegt werden kann.
Einfacher Aufbau dank Kombi-Sensor:
Wer über alle Wetterelemente im Bild sein möchte, aber größeren Aufwand bei der Installation scheut und zwangsläufig entstehende Abweichungen akzeptiert, kommt mit der WS 500 rasch ans Ziel. Der Außensensor wird montagebereit geliefert und kann entweder am Erdspieß im Garten oder mittels einer Rohrschelle am Dach befestigt werden.
Erweiterung durch zusätzliche Sender möglich:
Ein Manko des Kombi-Sensors ist die Tatsache, dass niemals Temperatur und Wind gleichzeitig in korrekter Höhe gemessen werden können. (Wetterdienste messen die Temperatur 2m, Wind 10m über dem Erdboden). Die Verwendung eines zuätzlichen Temperatur- und Feuchte-Senders (Typ ASH 500, ca. 25 Euro) beseitigt diese Problem. Für die Messung von Erdboden- oder Wassertemperaturen ist außerdem der Sender S500IA (ca. 30 Euro) mit gekapseltem Fühler erhältlich. Insgesamt lassen sich bis zu acht Erweiterungssensoren (ASH 500 oder S500IA) an der WS 500 empfangen.
Tropfensensor zeigt Niederschlagsanfang:
Regnet es nur leicht, kippt die "Regenwippe" im Niederschlagssensor oft erst mit Verzögerung - diese Problem haben alle Stationen. Die WS 500 umgeht es durch einen Tropfensensor. Dabei schließt bereits der erste Regentropfen einen Kontakt und signalisiert am Display den beginnenden Niederschlag.
USB-Anschluss für PC-Auswertung:
Erfreulich vor allem für Laptop-Benutzer ist der USB-Anschluss, denn viele andere Stationen verwenden noch die serielle Schnittstelle, welche kaum mehr verbreitet ist. Es sind zwar viele USB-auf-seriell-Adapter auf dem Markt erhältlich, aber nur die wenigsten funktionieren mit Wetterstationen.
Mängel am Display:
Gleich vorweg: Im Laufe des Frühjahrs wird wohl eine überarbeitete Version des Displays erhältlich sein, zumindest hat ELV einigen Forumsbesuchern diese Zusage gegeben. Bei unserem Testgerät war der schlechte Displaykontrast und eine unzureichende Verarbeitung zu bemängeln: Teils blieben die Sensorfelder des Touchscreens auch ohne Berührung aktiv, da das Display wohl etwas "verzogen" eingebaut wurde.
Softwareprobleme:
Sowohl die Firmware der Station, als auch die zugehörige PC-Software werden noch verbessert. Typische Fehler, die teils schon durch Firmwareupdates behoben wurden, waren eine zu hohe Sonnenscheindauer und plötzliche Temperatursprünge. Für die Datenauswertung am PC musste anfangs stets die USB-Verbindung zum Gerät stehen, auch dieser Fehler wurde nun behoben. Insgesamt zeichnet sich also Besserung ab.
Niedrige Messfrequenz:
Im Zuge der Neuentwicklung wäre eine Erhöhung der Messfrequenz wünschenswert gewesen. Doch die Funksensoren senden wie bei den Vorgängermodellen weiterhin nur alle drei Minuten ihre Daten an das Display. Die Konkurrenz macht dies zwar nicht durch die Bank besser, aber Stationen wie die WS 3600 (Master Touch) oder die Vantage Pro2 messen doch deutlich häufiger. Gerade bei der Windgeschwindigkeit macht sich das bemerkbar, da starke Böen als "Ausreißer" sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit verfehlt werden.
Funk mit 868 MHz
Innentemperatur
Innenluftfeuchtigkeit
Luftdruck
Windgeschwindigkeit
Windrichtung
Niederschlag
Sonnenscheindauer
Außentemperatur
Außenluftfeuchtigkeit
Es können acht Zusatzsensoren angeschlossen werden, die entweder nur Temperatur oder zusätzlich auch die Luftfeuchtigkeit messen.
Hintergrundbeleuchtung: ja
PC-Anschluss: ja
Handbuch leider noch nicht als PDF entdeckt...
Sensoren für Helligkeit (transparent), Temperatur (orange) und Feuchtigkeit (grau-weiß):
