Die Funkwetterstation WS 3600, teils auch als "Master Touch" bezeichnet, stellt im Grunde eine überarbeitete Ausgabe der WS 2300 (Matrix) dar. Sie wird ebenfalls von Europe Supplies produziert und unter anderem von technotrade unter der Markenbezeichnung "technoline" importiert. Von dort wurde uns auch das Testgerät zur Verfügung gestellt.
Die Station liegt preislich rund 50 Euro über der WS 2300, bietet dafür aber vor allem eine komfortablere Anzeige: Das große hintergrundbeleuchtete Touchscreen-Display kann durchaus mit jenem der WS 2500 konkurrieren.
Zwei "Kinderkrankheiten" des Vorgängermodells wurden bei der WS 3600 ausgemerzt: Der Funkempfang ist nun stabiler, im Test war auch durch mehrere Hausmauern hindurch der Empfang noch in rund 30 Metern Entfernung möglich. Außerdem arbeitet der Regenmesser nun ebenfalls präziser, während einige Chargen der WS 2300 hier noch mit einem Chip-Fehler zu kämpfen hatten.
Aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses ist die Station besonders für Einsteiger und Amateure geeignet. Diese Zielgruppe kann die durch die Sensorbauweise bedingten Abweichungen bei Windgeschwindigkeit und Regenmenge in der Regel verschmerzen.
Auch wenn es der Name vermuten ließe, ist diese Station nicht mit den Sensoren der WS XXXX-Serie kompatibel. Die WS 3600 kommt als Komplettsystem und ist nicht um zusätzliche Sensoren erweiterbar.
Genauigkeit der Außentemperaturmessung:
Um die Abweichung des Außentemperaturfühlers zu ermitteln, wurde das Testgerät in unsere Referenzbox eingesetzt:

Details zum verwendeten Messverfahren gibt es hier.
Das Ergebnis:
Im Mittel zeigte unser Testgerät 0,7°C zu viel an. Eine angemessene Genauigkeit angesichts des günstigen Preises.
Effektivität des Strahlungsschutzes:
Die offiziellen Temperaturen der Wetterdienste werden in Wetterhütten aus weiß lackiertem Holz gemessen. Der Außensensor der WS 3600 kommt bereits ab Werk mit einem eigenen Lamellengehäuse.

Wir wollten überprüfen, wie gut sich dieser Lamellenschutz im Vergleich zu einer Wetterhütte schlägt. Dazu wurde der Sensor neben einer Wetterhütte montiert (rechtes Foto). Die Referenztemperatur in der Wetterhütte wurde mittels eines USB-Thermometers bestimmt (linkes Foto).
Das Ergebnis:
Bei direkter Sonneneinstrahlung zeigte die WS 3600 rund drei bis fünf Grad mehr an als das Thermometer in der Wetterhütte! Wer also auch nur halbwegs vernünftig messen will, darf den Temperatur- / Feuchtefühler der WS 3600 nur im Schatten betreiben - oder muss sich selbst eine kleine Wetterhütte basteln.
Weg der Datenübertragung wählbar:
Ob die Sensoren ihre Werte per Kabel oder mittels Funksender an das Anzeigemodul übermitteln, kann man wie bei der WS 2300 selbst entscheiden. Alle nötigen Komponenten werden mitgeliefert. Falls sich die Funkübertragung vor Ort als problematisch herausstellen sollte, kann man auf Kabel umsteigen - ein deutlicher Pluspunkt. Dabei lassen sich erfahrungsgemäß Kabellängen bis 30 Meter ohne Datenverlust realisieren.
PC-Kompatibilität:
Die WS 3600 speichert 1750 komplette Datensätze. Damit lassen sich auch bei ausgeschaltetem PC Messwerte speichern, die beispielsweise nach einem Urlaub dann in den Computer überspielt werden können. Das Speicherintervall lässt sich dabei flexibel von einer Minute bis 24 Stunden einstellen. Bei dem gebräuchlichen Messintervall von fünf Minuten muss man die WS 3600 also nur alle sechs Tage zum Auslesen der Daten mit dem PC verbinden.
Häufige Aktualisierung der Messwerte am Display:
Während die Sensoren der WS XXXX-Serie nur alle zwei Minuten ihre Werte an das Display funken, geht die WS 3600 intelligenter vor: Sobald mehr als 10 km/h Windgeschwindigkeit herrschen, werden die Werte alle 32 Sekunden aktualisiert - so werden auch Windböen zuverlässiger registriert. Bei weniger als 10 km/h beschränkt sich die WS 3600 auf eine Aktualisierung alle 128 Sekunden, um die Batterien zu schonen.
Abstriche bei der Messgenauigkeit:
Im Forum wurden von Besitzern der WS 2300 wiederholt zu geringe Windgeschwindigkeiten beklagt. Die WS 3600 verwendete die gleiche Technik zur Erfassung der Windgeschwindigkeiten. Aus Kostengründen basiert der Windgeschwindigkeitssensor nicht auf einer Schalenkreuzkonstruktion, sondern auf einem Windrad, das mittels der Windfahne in Windrichtung gedreht wird.
Achtung beim Betrieb mit einem USB-auf-seriell-Adapter:
Viele PCs und vor allem Laptops besitzen heute keine serielle Schnittstelle mehr. In der Regel reicht es aber aus, für ca. 20 Euro ein Adapterkabel von USB auf RS 232 zu kaufen. Jedoch arbeiteten die meisten Wetterstationen nicht mit jedem beliebigen Adapter problemlos zusammen. Beim Kauf eines Adapterkabels also die Rechnung gut aufheben, damit man ggf. umtauschen kann! Wer ein Kabel gefunden hat, mit dem die WS 3600 zuverlässig läuft, kann sich gerne kurz melden.
Funk mit 433 MHz
Innentemperatur
Innenluftfeuchtigkeit
Luftdruck
Windgeschwindigkeit
Windrichtung
Niederschlag
Außentemperatur
Außenluftfeuchtigkeit
Es können keine weiteren Sensoren angeschlossen werden.
Hintergrundbeleuchtung: ja
PC-Anschluss: ja

1: Verpackung
2: Verkabelung