Der Wetterstationshersteller Davis hat sich bisher mit den Vantage-Pro-Stationen einen Namen unter den Hobbymeteorologen gemacht. Die Vantage Pro ist eine semiprofessionelle Station mit einer hohen Genauigkeit und guter Zuverlässigkeit. Doch die Station hat auch ihren Preis und ist deshalb für Einsteiger eher ungeeignet. Etwas günstiger ist die neue Alternative von Davis: Die Vantage Vue. Aber ist sie wirklich eine günstige Alternative zur Vantage Pro? Das soll dieser Test ein wenig beleuchten.
Wie die Vantage Pro ist auch die Vantage Vue eine Kompaktstation, die als eine Einheit ausgeliefert wird. Allerdings gibt es dabei einen großen Unterschied: Die Messgeräte der Vantage Pro können auch ohne Probleme separat aufgebaut werden, während die Vantage Vue nur als eine Einheit aufgebaut werden kann.
Die Wetterstation ist schnell aufgebaut, da das Schalenkreuz und die Windfahne mit dem mitgelieferten Innensechskantschlüssel befestigt werden und sowohl der Regenmessereinsatz als auch die Batterie einfach eingesetzt werden können. Denn das ist im wahrsten Sinne des Wortes im Handumdrehen gemacht, da die dafür eingesetzten Schrauben mit der Hand angezogen werden. Der ebenfalls mitgelieferte Schmutzfänger sollte nun noch in den Regenmesser eingesetzt werden und schon ist die Station fertig für Außeneinsatz.
Doch der Besitzer muss sich bei dem Standort der Station entscheiden: Möchte er die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in zwei Metern Höhe normgerecht messen und dafür dann niedrigere Windgeschwindigkeiten in Kauf nehmen oder die Sensor- und Sendeeinheit in zehn Metern für den Wind normgerecht installieren? Dann geht allerdings auch mehr Niederschlag am Regenmesser vorbei, denn durch die höheren Windgeschwindigkeiten wird der Niederschlagsfehler größer.
Die Wetterstation kann lediglich auf das obere Ende einer Stange geschraubt werden, die einen Durchmesser von 25 bis 44 mm haben kann. In der mitgelieferten englischsprachigen Anleitung werden auch einige Tipps und Hinweise zum Standort gegeben: Beispielsweise sollte die integrierte Sensoreinheit (ISS) nicht in der Nähe von Wärmequellen, wie Schornsteinen, Heizgeräten oder Klimaanlagen aufgebaut werden. Außerdem sollte der Abstand zu asphaltieren oder betonierten Wegen mindestens 30 Meter betragen. Auch eine Installation unter Bäumen oder in der Nähe von Swimmingpools oder ähnlichem ist nicht ratsam. Der Hersteller ist der Ansicht, dass die Station in einer Höhe von 1,5 bis 2,1 Metern über einer flachen und mit Gras bewachsenen Fläche ideal aufgehoben ist. Allerdings weist auch Davis darauf hin, dass für die Windmessung die ISS höher installiert werden sollte.
Das Display der Vantage Vue macht einen robusten Eindruck und sieht mehr nach Zweckmäßigkeit als nach modernem Design aus. Die sogenannte Konsole kann sowohl als Wand- als auch als Tischgerät verwendet werden. Der Displayaufbau erinnert stark an die Vantage Pro, hat aber doch einige Unterschiede. Datum und Uhrzeit oder alternativ Sonnenauf- und -untergangszeiten werden oben links angezeigt. Darunter findet man die Windrose mit der Windgeschwindigkeit bzw. der Windrichtung in der Mitte. Die Windrichtung wird, wie bei der Vantage Pro, mit kleinen Pfeilen angezeigt. Neben dieser Windrose befinden sich zwei kleine Grafiken. Die erste zeigt die aktuelle Mondphase an und die zweite die bekannte Vantage-Wettervorhersage, die etwas mehr als nur die Luftdruckänderung berücksichtigt. Dennoch ersetzt sie nicht die professionelle Wettervorhersage. Ebenfalls ist ein kleiner Funkturm zu sehen, der den Empfang anzeigt. Unten links ist ein Punktdiagramm zu finden, das den Verlauf der Wetterdaten für den jeweils ausgewählten Parameter anzeigt. Allerdings fehlt hier die Angabe, wie groß die Wertesprünge in y-Richtung sind. Diese Angabe ist bei der Vantage Pro auf dem Display zu finden.
Die Innen- und Außentemperatur und auch die Innen- und Außenluftfeuchte werden oben rechts angezeigt. Direkt unter diesen Werten findet man den Luftdruck mit seiner aktuellen Tendenz, die als kleiner Pfeil angezeigt wird. Unter dem Luftdruckwert findet man die Messwerte für den Regen. Hier kann man zwischen Regenrate, Regenmenge des Tages, des Monats oder des Jahres wählen. Links vom Regenwert ist entweder der Hitzeindex, die Taupunkts- oder die Windchilltemperatur zu sehen.
Wenn man beispielsweise die Temperatur als aktuellen Parameter ausgewählt hat, kann man zwischen verschiedenen Anzeigen wählen, die unten recht zu finden sind. Entweder lässt man sich die Höchst- oder Tiefsttemperatur des Tages mit Uhrzeit ausgeben. Oder aber auch Angaben wie die höchste Temperatur der letzten 25 Tage oder die Temperaturänderung innerhalb der letzten 24 Stunden können alternativ angezeigt werden. Bei einer Mondfinsternis oder anderen Ereignissen werden in stetem Wechsel auch solche Information an dieser Stelle angezeigt. Wenn man keine Batterien in die Konsole einsetzt (weil diese nicht mitgeliefert werden) oder aber die Batterien schwach werden, kommt auch hier die Anzeige: „Low Console Batteries“.
Ein kleines Highlight wird im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar, wenn man das Licht im Raum ausmacht und es dann dunkel ist. Denn die Tasten und die Schriftzüge der Station fluoreszieren. Somit kann man die Station auch schnell im Dunkeln finden und beispielsweise die Taste „LIGHT“ oben links bedienen, damit die Hintergrundbeleuchtung des Displays eingeschaltet wird. Diese geht bei Netzbetrieb auch erst wieder aus, wenn man sie manuell abschaltet. Eine Dauerhintergrundbeleuchtung beeinflusst die Innentemperatur und –feuchte. Wenn man die Konsole nur mit Batterien betreibt, leuchtet das Display für 15 Sekunden auf.
Etwas Verwirrung könnte aufkommen, wenn man „2ND“ und dann „RAIN“ drückt, weil dann eigentlich die Evapotranspiration angezeigt werden sollte. Doch stattdessen piept die Station nur. Das liegt daran, dass die Vantage Vue die Evapotranspiration nur ausgibt, wenn sie mit einer ISS der Vantage Pro 2 oder Vantage Pro verbunden ist, die auch einen Solarsensor hat.
Wie schon eingangs erwähnt handelt es sich bei der Sensorik der Vantage Vue um einen Kombisensor, der auch als eine Einheit betrieben werden muss.
Die Temperatur und Luftfeuchte wird in einem relativ kleinen nicht aktiv belüfteten Strahlungsschutz gemessen. Da die Testphase im Winter war, können keine Aussagen getroffen werden, ob der Schutz auch bei intensiver Sonneneinstrahlung funktioniert. Was aber im direkten Vergleich zur Vantage Pro 2 auffällt, ist das schnellere Reagieren der Sensoren bei der Vantage Vue, was einerseits an dem kleineren Strahlungsschutz, aber auch an sensibleren Sensoren liegen könnte. Die Auflösung beträgt bei der Temperatur 0,1 °C und bei der Luftfeuchte 1 %-Punkt. Wie bei der Vantage Pro gibt es aber auch bei der Vantage Vue einige Temperaturwerte wegen der internen Umrechnung von Fahrenheit in Celsius nicht.
Am Regenmesser können recht einfach Kalibrierungen durch Drehen an einer Schraube vorgenommen werden. Von der Genauigkeit kann die Vantage Vue mit der Vantage Pro locker mithalten. Auch hier ist eine Auflösung von 0,2 Millimeter vorhanden. Deutlich schwerer allerdings gestaltet sich das Nachrüsten einer Heizung, da nur wenig Platz am Trichter vorhanden ist. Es ist aber mit etwas Geschick auf jeden Fall möglich. Es ist aber zu bedenken, dass dadurch die Temperatur und Feuchte, die in der Nähe gemessen werden, verfälscht werden könnten.
Die Windmessung machte während des Testzeitraums fleißig ihre Dienste und fror auch nicht ein. Die Auflösung der Windgeschwindigkeit ist mit 1 km/h Stunde angegeben und die Windrichtung mit 1°. Wenn man die Messwerte z. B. via WeatherLink vom Datenlogger ausliest, erhält man nur Auflösungen von 22,5 ° bei der Windrichtung und auch bei der Windgeschwindigkeit sind durch interne Umrechnungen nicht alle Werte vorhanden.
Die Integrierte Sensoreinheit wird von einer CR-123-Batterie (mitgeliefert) mit Spannung versorgt. Zusätzlich ist aber auch ein Solarpanel vorhanden, das einen Kondensator auflädt und somit die Batterie nicht ständig benötigt wird. Der Kondensator liefert, wenn er vollständig geladen ist, für mehrere Stunden die Spannung der ISS.
Die Wetterstation besitzt zwar keine Funkuhr, aber die Genauigkeit ist recht hoch und außerdem wird die Zeitumstellung automatisch erkannt.
Bei allen Wetterparametern kann zwischen verschiedenen Einheiten gewechselt werden. Außerdem können direkt an der Konsole Kalibrierungen vorgenommen werden. Wenn z. B. der Regenmesser permanent zu wenig misst und man nicht direkt an der Station schrauben will oder der Fehler durch einen windigen Standort zustande kommt, kann eine rechnerische Korrektur vorgenommen werden, bei der bis zu 25 % der gefallenen Menge addiert werden. Alternativ kann natürlich auch etwas subtrahiert werden.
Im „Maximum- und Minimummodus“ können von allen Wetterparametern sämtliche Extremwerte schnell abgerufen werden. Was bei anderen Wetterstationen in der Form meist nur über eine Wettersoftware erfahren werden kann, ist bei der Vantage Vue direkt an der Konsole abzulesen. Ein Alarmmodus warnt den Besitzer der Station außerdem vor Über- bzw. Unterschreiten von vorher eingestellten Werten. Zur Diagnose der Empfangsgüte und auch der Batteriespannung gibt es, wie auch bei der Vantage Pro, eine ausführliche Anzeige.
Die automatische Wettervorhersage der Vantage Vue unterscheidet zwischen neun verschiedenen Wettergrafiken. Ein Wettertext ist allerdings nicht vorhanden.
Die Vantage Vue bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, so kann sogar entschieden werden, ob bei Bedienung der Tasten die Konsole kurz piepen soll oder nicht.
Doch der Besitzer muss sich bei dem Standort der Station entscheiden: Möchte er die Temperatur und Luftfeuchtigkeit in zwei Metern Höhe normgerecht messen und dafür dann niedrigere Windgeschwindigkeiten in Kauf nehmen oder die Sensor- und Sendeeinheit in zehn Metern für den Wind normgerecht installieren? Dann geht allerdings auch mehr Niederschlag am Regenmesser vorbei, denn durch die höheren Windgeschwindigkeiten wird der Niederschlagsfehler größer.
Die Wetterstation kann lediglich auf das obere Ende einer Stange geschraubt werden, die einen Durchmesser von 25 bis 44 mm haben kann. In der mitgelieferten englischsprachigen Anleitung werden auch einige Tipps und Hinweise zum Standort gegeben: Beispielsweise sollte die integrierte Sensoreinheit (ISS) nicht in der Nähe von Wärmequellen, wie Schornsteinen, Heizgeräten oder Klimaanlagen aufgebaut werden. Außerdem sollte der Abstand zu asphaltieren oder betonierten Wegen mindestens 30 Meter betragen. Auch eine Installation unter Bäumen oder in der Nähe von Swimmingpools oder ähnlichem ist nicht ratsam. Der Hersteller ist der Ansicht, dass die Station in einer Höhe von 1,5 bis 2,1 Metern über einer flachen und mit Gras bewachsenen Fläche ideal aufgehoben ist. Allerdings weist auch Davis darauf hin, dass für die Windmessung die ISS höher installiert werden sollte.
Es ist möglich eine ISS der Vantage Pro oder Vantage Pro 2 bei der Konsole der Vantage Vue zu integrieren um z. B. auch die Evapotranspiration angezeigt zu bekommen. Auch eine Sendeeinheit für den Wind wird von der Station akzeptiert. Es ist allerdings nicht möglich beispielsweise weitere Temperaturen mit einer Bodenstation zu messen. Zusatzstationen und –sensoren, wie Solar- und UV-Sensor, werden ebenfalls von der Vantage Vue nicht akzeptiert. Um die Entfernung zwischen Konsole und Sendeeinheit zu vergrößern können auch sogenannte Repeater eingesetzt werden, die eine gute Verbindung laut Hersteller bis über 6 Kilometer ermöglichen, wenn man die „long-range“-Version nimmt.
Die Vantage Pro 2 bietet deutlich mehr Erweiterungsmöglichkeiten, außerdem können die Sensoren dort separat aufgebaut werden. Wer aber etwas Geld sparen möchte und keinen Wert auf Solar- oder UV-Sensor sowie weitere Temperatursensoren, etc. legt, kann gut zur Vantage Vue greifen. Da die Vantage Vue nur als Kombisensor misst, bietet sie sich bei wenig Platzangebot, z. B. für Wohnungen an. Außerdem kann sie für Vantage-Pro-Besitzer gut als Zweitstation dienen, da sie neben einer weiteren Konsole auch eine Redundanz für die meisten Sensoren liefert.
Die Vantage Vue ist eine genaue und auch sehr zuverlässige Wetterstation. Im Testzeitraum gab es keinerlei technische Probleme. Alle Sensoren arbeiteten immer zuverlässig. Zudem sorgt die Übertragung der Wetterdaten alle 2,5 Sekunden für sehr gute Winddaten. Die Temperatur, Feuchte, etc. wird nicht so oft gemessen, dafür aber jedes Mal ebenfalls mit gesendet, sodass Datenverluste fast auszuschließen sind.
Eine weitere große Stärke der Station ist die sehr gute Funkverbindung zwischen Sendeeinheit und der Konsole. Trotz einer Entfernung von 50 Metern und mehreren hinderlichen Wänden, gab es nie einen Ausfall der Wetterdaten. Das ist bei vielen Wetterstationen zwar vom Hersteller auch so angegeben, wird aber auch öfters nicht eingehalten. Davis geht mit der Vantage Vue sogar so weit, dass die Funkverbindung bis zu 300 Meter funktionieren soll. Auch das wurde getestet: Es konnte mit einer Fensterschreibe und mehreren Häusern als Hindernis sogar noch eine Verbindung zwischen Konsole und ISS nachgewiesen werden als bereits eine Distanz von 480 Metern bestand. Dafür kann der Station nur ein großes Lob ausgesprochen werden.
Die Konsole der Vantage Vue ist sehr robust und überlebte sogar einen Sturz aus gut einem Meter fast schadenfrei. Der Halter, der die Konsole zur Tischstation macht, nahm dabei leider einen kleinen Schaden. Nicht nur robust sondern auch sehr umfangreich ist die Konsole, denn neben vielen Extremwerten von den letzten Tagen bis zu den letzten Jahren bietet die Konsole auch den Abruf von konkreten Werten. So kann man schnell mal schauen, wie die Temperatur vor ein paar Stunden war.
Leider ist die Sensoreinheit der Vantage Vue nur als Kombisensor zu betreiben. Dadurch muss der Wind immer in der gleichen Höhe wie die Temperatur, Luftfeuchte und Regen gemessen werden.
Für Hobbymeteorologen, die nicht genügend Daten bekommen können, bietet die Vantage Vue leider wenig Spielraum. Denn weitere Messeinheiten, wie Solar-, UV- oder Temperatursensoren, können nicht integriert werden. Lediglich eine Vantage Pro ISS oder eine Vantage Pro 2 ISS sowie eine Windsendeeinheit werden akzeptiert.
Eine PC-Anbindung der Vantage Vue ist nur möglich, wenn zusätzlich der WeatherLink Data Logger gekauft wird, der als serielle oder USB-Version zur Verfügung steht.
Windows:
WeatherLink (Davis Software)
PC-Wetterstation
Weather Display
Virtual Weatherstation
Linux und Mac OS X:
keine bekannt
Portofrei und schnell liefert die Vantage Vue zu Ihnen. 14 Tage Umtauschrecht!
Funk mit 868 MHz
Außentemperatur
Außenluftfeuchtigkeit
Innentemperatur
Innenluftfeuchtigkeit
Luftdruck
Windgeschwindigkeit
Windböen
Windrichtung
Regenmenge
Es können keine weiteren Sensoren integriert werden, aber eine ISS der Vantage Pro oder Vantage Pro 2, sowie eine Windsendeeinheit werden von der Konsole unterstützt.
Hintergrundbeleuchtung: ja
PC-Anschluss: ja (optional mit dem WeatherLink Data Logger)
Schnellhandbuch (als PDF - engl.)
Konsolenanleitung (als PDF - engl.)
ISS-Anleitung (als PDF - englisch)
Angaben und Sensorgenauigkeit (als PDF - englisch)
Die Konsole der Vantage Vue bietet viele Wetterdaten, die übersichtlich dargestellt werden:


Die Konsole kann als Tischstation, aber auch als Wandstation eingesetzt werden:
Im Dunkeln leuchten die Tasten und auch das Display hat eine Hintergrundbeleuchtung:

Die Vantage Vue im kalten Außeneinsatz:



Die Regenmessereinheit eingesetzt...
...und ausgebaut. Beides ist schnell erledigt.
Die Windmessung der Vantage Vue:
