Der Sinus begegnet jedem, der sich mit Geometrie
beschäftigt.
Wird die „Sinus“ von TFA Dostmann in den Kreis der
exakten Wetterstationen aufgenommen oder nimmt sie alles eher Pi mal
Daumen?
Die „Sinus“ misst zumindest schon mal jede
Menge
Wetterparameter: Temperatur (innen und außen), Luftfeuchte
(ebenfalls innen und außen), Luftdruck, Regenmenge,
Windrichtung und -geschwindigkeit. Hinzu kommen einige berechnete
Werte, wie Taupunkt und Windchill, oder auch die Sonnenauf- und
-untergangszeiten.
Im Grunde ist die „Sinus“ die Nachfolgestation der
„Nexus“, wobei die „Sinus“
einen deutlich kleineren Speicher für die Wetterdaten besitzt
und ein Anschluss für das Netzteil fehlt.
Aufbau der Wetterstation
Die Wetterstation ist recht schnell und unkompliziert
aufgebaut. Die
zum Aufbau benötigten Materialien und die Batterien sind alle
im Lieferumfang enthalten. Die Sensoren können getrennt
aufgebaut werden, es handelt sich also nicht um einen Kombisensor.
Display der Wetterstation
Auf den ersten Blick fällt sofort das relativ kleine
Display
mit den Ausmaßen von 12,5 mal 7,3 cm auf.
Auf den zweiten
Blick entdeckt man allerdings, dass jenes kleine Display
übersichtlich und sinnvoll strukturiert aufgebaut ist. Oben
links wird der Luftdruck mit dem dazugehörigen Verlauf und
einer daraus abgeleiteten simplen Wettervorhersage angezeigt.
Lobenswert zu erwähnen sind die Hinweise in der
Bedienungsanleitung zum einfachen Vorhersagealgorithmus, dessen Prognosen man nicht mit
Vorhersagen aus Funk und Fernsehen vergleichen sollte. Zudem wird auf
dem Display oben links die Mondphase angezeigt.
In der Mitte findet man
links die Funkuhr mit Datum und direkt darunter die Sonnenauf- und
-untergangszeiten. Die Außensensoren mit Temperatur
und Luftfeuchte werden oben rechts dargestellt. Dabei kann entweder
ständig ein ausgewählter Kanal angezeigt werden oder
alle fünf Kanäle abwechselnd für jeweils
fünf Sekunden. Unter den Außensensoren befinden sich
die Innenwerte der Station.
Alles zum Regen wird in der Mitte auf der
rechten Seite dargestellt und unten rechts ist die Windgeschwindigkeit
mit Windrichtung und Windchill zu finden. Der Windchill wird dabei
nicht mithilfe der Außensensoren bestimmt, sondern mit einem
Extratemperatursensor am Windmesser.
Alle Sensoren und auch die
Basisstation sind mit einer Batterieanzeige ausgestattet, die dem
Benutzer zeigen soll, wann ein Batteriewechsel angebracht wäre.
Sensoren der Wetterstation
Die meisten Sensoren der „Sinus“ messen
verhältnismäßig genau und zeigten im
Vergleich zu einer Vantage Pro 2 kaum Abweichungen.
Die Temperaturen (+/- 0,1 °C) und Luftfeuchten (+/- 3%-Punkte)
wurden durchschnittlich mit einer hohen Genauigkeit bestimmt. Lediglich
bei hohen Luftfeuchten zeigte die „Sinus“ immer
etwa 4 bis 5 %-Punkte zu wenig an. Mehr als 95 % relative Luftfeuchte
konnten trotz Nebel nie gemessen werden. Die Auflösungen sind
0,1 °C und 1 % (von 0 bis 99 %). Außerdem hatte die
Station hin- und wieder Probleme die beiden Außensensoren
für Temperatur und Luftfeuchte zu empfangen. Die
Außensensoren senden alle 47 Sekunden ihre Daten.
Der Regenmesser, der seine Daten etwa alle drei Minuten sendet, hat
leider lediglich eine Auflösung von 0,7 bis 0,8 Litern pro
Quadratmeter, wodurch dem Besitzer einer „Sinus“
ein kurzer Schauer durchaus durch die Lappen gehen kann. Bis zum
nächsten Niederschlag könnte dann der Wippeninhalt
auch schon wieder teilweise verdunsten. Außerdem registrierte
der Regenmesser vor allem bei Wind deutlich weniger Niederschlag als in
Wahrheit gefallen war.
Der Wind hingegen wurde mit einer hohen Genauigkeit aufgezeichnet,
wobei die Auflösung für die Windrichtung
22,5° beträgt und die Windböen alle elf
Sekunden erfasst werden. Der Windsensor meldet alle 33 Sekunden seine
Werte an die Basisstation.
Der Luftdruck wird mit einer Genauigkeit von 0,1 hPa angezeigt, dennoch
hat der Sensor in Wahrheit eher eine Auflösung von 1 hPa, da
die Anfangseinstellung beispielsweise nicht völlig stufenlos
erfolgen kann, sondern teilweise Sprünge um 1 hPa vorhanden
sind. Bis auf eine Genauigkeit von 2 hPa wurde der Luftdruck aber
dennoch immer korrekt angezeigt.
Einstellungen und PC-Anschluss
Die „Sinus“ kann entweder über
die
Funktionstasten der Basisstation eingestellt werden oder praktisch und
schnell über einen PC und die USB-Schnittstelle eingerichtet
werden. Die mitgelieferte Software konnte problemlos auf einem Windows
Vista-Rechner installiert werden und die Verbindung zur Station klappte auf Anhieb. Die Software kann auch den Datenlogger
auslesen, womit ein Rückblick auf die Zeiten möglich
ist, zu denen der PC ausgeschaltet war.
Die Software bietet allerdings keine
umfangreichen Analysen wie es beispielsweise mit WsWin oder einem
ähnlichen Programm möglich ist. Dennoch erlaubt sie
einfache Analysen und die Speicherung der Wetterdaten.
Somit können die Wetterdaten der Station archiviert werden.
Sonstige Funktionen
Die „Sinus“ ist zusätzlich als
Wecker
nutzbar, der drei Weckmodi bereitstellt. Interessant ist dabei der
Pre-Alarm, der den Schlafenden bei Temperaturen unter 2 °C um
eine vorher eingestellte Zeit früher weckt. Neben der
Weckfunktion können allerdings auch Wetteralarme eingestellt
werden, die für jeden Wetterparameter einzeln gewählt
werden können. So kann gewarnt werden, wenn beispielsweise
eine bestimmte Temperatur unterschritten wird oder eine einstellte
Windgeschwindigkeit erreicht wird. Die Wetterstation liefert
außerdem eine Einstufung des Raumklimas (nass, komfortabel,
trocken).
Stärken der Station
Hohe Genauigkeit bei den Außensensoren für
Temperatur und Luftfeuchte
Die Außensensoren für Temperatur und Luftfeuchte
haben bei dem Test eine hohe Genauigkeit bewiesen und zeigten
für die Temperaturen lediglich eine durchschnittliche
Abweichung von 0,1 °C. Bei der Luftfeuchte betrug die
Abweichung im Mittel 3 bis 4 %-Punkte.
Übersichtliches Display
Das Display ist übersichtlich gestaltet und alle
Funktionstasten befinden sich direkt unter dem Display. Lediglich die
Licht- und Schlummertaste ist praktischerweise auf der Oberseite der
Basisstation zu finden. Die Hintergrundbeleuchtung verschafft
für fünf Sekunden auch bei Dunkelheit einen
Durchblick auf dem Display.
Problemloses Auslesen der Wetterdaten über die
USB-Schnittstelle
Schnell und absolut problemlos klappte der Anschluss der Wetterstation
via USB an den PC. Die mitgelieferte Software bietet zumindest
für private Zwecke eine einfache Möglichkeit
Wetterdaten zu speichern und damit zu archivieren.
Schwächen der Station
Regenmesser mit niedriger Auflösung
Der Regenmesser kann leider nur eine Auflösung von 0,7 bis 0,8
Litern pro Quadratmeter nachweisen, was bei der korrekten Erfassung von
Niederschlagsmengen hinderlich sein kann. So kann beispielweise in
einer längeren Regenpause bereits wieder die vorhandene
Regenmenge verdunsten.
Verhältnismäßig kleiner Speicher
für die Wetterdaten
Mit lediglich gut 200 möglichen Datensätzen
können bei einem Speicherintervall von beispielsweise
fünf Minuten nur gut 16,5 Stunden die Wetterdaten der Station
aufgezeichnet werden, wenn nicht ein PC die Aufzeichnung
übernimmt. Wenn man plant den PC parallel im Dauerbetrieb
laufen zu lassen oder den PC lediglich nachts abschaltet, reicht auch
eine Speicherkapazität von nur 200 Datensätzen aus.
Alternativ kann auch das Speicherintervall erhöht werden und
so könnte die Station bei einem Intervall von 15 Minuten
immerhin schon gut 2 Tage die Wetterdaten speichern.