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Eusotec WLAN-Minitatur-Webserver

War vor ein paar Jahren die Veröffentlichung der eigenen Wetterdaten im Internet nur mit viel Handarbeit oder guten Programmierkenntnissen möglich, so hat sich zuletzt einiges getan. Neben der zugegebenermaßen meist recht stromfressenden Möglichkeit, den eigenen PC dauerhaft eingeschaltet zu lassen und die neuesten Messwerte automatisiert mit einem Programm wie PC-Wetterstation auf die eigene Website zu kopieren, sind in letzter Zeit auch einige Stand-Alone-Webserver auf den Markt gekommen.

Wir haben uns den Eusotec-Webserver genauer angesehen, der in Verbindung der Wetterstationen WMR 928 NX von Oregon Scientific, sowie der Vantage Pro2 oder der Vantage Vue (demnächst im Test) von Davis betrieben werden kann.

Grundlegendes und Betriebssystem:
Auf dem Server, einem zugekauften Embedded-System "WBX2100E" des Herstellers Lantronix, läuft ein proprietäres Betriebssystem von Lantronix. Die Inbetriebnahme wird, wie auch der komplette Funktionsumfang, durch Eusotec sehr ausführlich und auch für Einsteiger gut nachvollziehbar im PDF-Handbuch beschrieben.
Konfiguration:
Im Normalbetrieb lassen sich die meisten Einstellung des Gerätes recht komfortabel über WLAN oder das kabelgebundene Netzwerk ändern. Die Konfiguration geschieht durch Textfiles. Diese werden über eine mitgelieferte Software auf den Server geladen.

Grundlage dafür ist jedoch die erfolgreiche erstmalige Einrichtung einer Netzwerkverbindung. Diese wird sehr detalliert im Handbuch erläutert und für erfahrene Computerbesitzer auch in einer Kurzanleitung beschrieben:
Über ein serielles Terminalprogramm oder eine Telnet-Verbindung (benötigte Hard- und Software im Lieferumfang) führt man die nötigen Einstellungen durch. Dabei ist aufgrund des mitgelieferten USB-auf-seriell-Adapters kein serieller Anschluss am PC nötig. Wer schon einmal einen Router konfiguriert hat, wird mit den Begriffen wie IP-Adresse, Netzmaske, SSID und der WLAN-Verschlüsselung schnell zurechtkommen. Wer noch keine Erfahrung hat, wird mittels Handbuch schrittweise durch die Einrichtung gelotst.

Anzeige der Messwerte im Browser:
Vom Umfang der Messwertanzeige macht man sich am besten selbst ein Bild, indem man die Seiten eines der Demo-Geräte abruft. Eusotec hat sowohl einen Server mit angeschlossener Orgeon-Wetterstation (http://oregon.eusotec.de), als auch eine Server mit einer Davis-Wetterstation (http://davis.eusotec.de) im Internet verfügbar gemacht.

Die Webseiten können den eigenen Vorstellungen nach angepasst werden. Die Original-Seiten können als Vorlage dienen und werden auf einem USB-Stick mitgeliefert. Sie können angepasst und mit einer ebenfalls mitgelieferten Software auf den Server kopiert werden. Ein direkter FTP- oder SCP-Zugang besteht leider nicht. Zur Anpassung der Seiten kann auf Kürzel ("Variablen") zurückgegriffen werden, die der Server dann durch entsprechende Zahlen und Werte ersetzt, bevor er sie an den Browser des Benutzers übermittelt. So wird beispielsweise die Zeichenfolge %001 durch den aktuellen Luftdruckwert, %005 durch das Windmaximum der letzten 5 Minuten und %035 durch das Datum des letzten Starkregens ersetzt. Alle verwendbaren Kürzel sind im Handbuch aufgeführt.

Eine Besonderheit stellen die Verlaufsgrafiken der Messwerte dar:
Diese werden an den Browser nicht als Bild, sondern als Javascript-Quellcode übermittelt, so dass erst der Browser die graphische Darstellung vornimmt. Dies geschieht zur Verminderung der Serverlast. Unsere Skepsis, die Darstellung könnte bei manchen Browser Probleme machen, hat sich als unberechtigt herausgestellt:
Sowohl neuere Internet Explorer-, als auch Firefox-Versionen stellen die Grafiken korrekt dar. Angesichts der ebenfalls fehlerfreien Darstellung mittels Safari können auch die Mac- und iPhone-Besitzer aufatmen.

Anzeige der Messwerte mittels "Euso-Charts":
Auf dem mitgelieferten USB-Stick befindet sich außerdem die von Eusotec in C# programmierte Software "Euso-Charts", welche auf Windows-Rechnern zur ausführlicheren Visualisierung der Messwerte installiert werden kann. Die Darstellung sowohl von Zahlenwerten, als auch von Verlaufsgrafiken kann relativ frei konfiguiert werden, reicht aber nicht an den Funktionsumfang von Programmen wie PC-Wetterstation heran. Zur Kommunikation mit dem Server kommt eine XML-Schnittstelle zum Einsatz, die im Handbuch spezifiziert ist und auch für eigene Anwendungen eingesetzt werden kann.

Automatischer CSV-Upload auf FTP-Server (demnächst):
Auf dem Eusotec-Server läuft - dahingehend ist sein Name trügerisch - kein FTP-Server, weshalb, wie oben erwähnt, die Config-Dateien und Webseiten mit einem separaten Tool kopiert werden müssen. Jedoch wird gerade ein FTP-Client implementiert, der testweise bereits funktioniert. Damit kann sich der Eusotec-Server auf Wunsch nach jeder Messung (alle fünf Minuten) auf einem externen FTP-Server einloggen und die Daten im CSV-Format auf diesen kopieren.
Stromverbrauch, Messintervall und Speichergröße:
Hier punktet der Eusotec-Webserver, da sich gerade bei einem Tag und Nacht betriebenen Server die Stromkosten über die Jahre auf mehrere hundert Euro summieren können. Selbst im Vergleich zu einem Eigenbau-Wetterserver, der sich kaum unter 20-30 Watt Leistungsaufnahme realisieren lässt, ist der Stromverbauch des Eusotec-Webservers mit höchstens 2 Watt quasi vernachlässigbar.

Dafür muss aber auf Seiten des Speichers gut gehaushaltet werden:
Im Gerät stehen für Webseiten und Messdaten insgesamt nur 2 MB zur Verfügung, wobei der Anteil der Webseiten max. 256 kB belegen darf. Im Auslieferungszustand belegen die mitgelieferten Webseiten ca. 140 kB. Mit den im Standardfall verbleibenden knapp 1800 kB lassen sich beispielsweise die Daten einer Davis Vantage Pro im fest eingestellten Fünf-Minuten-Raster rund 48 Tage speichern. Der Messwertspeicher fungiert als Ringspeicher: wenn er komplett gefüllt ist, werden zuerst die ältesten Werte überschrieben. Damit dies nicht geschieht, wird jedoch die Software "EusoLog" mitgeliefert. Mit dieser lassen sich die Messwerte zur Langzeitspeicherung im Textdatei-Format (CSV ASCII) auf den eigenen PC herunterladen. Außerdem wird gerade an einer Anbindung an die Software PC-Wetterstation und deren Archivfunktionen gearbeitet. Ein Import der CSV-Daten ist bereits mit einem entsprechend angepassten PC-Wetterstation-Konfigurationsfile möglich.

Stärken des Webservers

- Sehr geringer Stromverbrauch von maximal 2 Watt
- Großer Temperatureinsatzbereich von -40°C bis +70°C
- Keine beweglichen Teile, da Flash- statt Festplattenspeicher
- Überwachung der Prozesse über Watchdog-Mechanismen
- XML-Schnittstelle zur Anbindung eigener Anwendungen
- Sehr gute Dokumentation und "kurzer Draht" zu den Programmierern
- Individuelle Anpassung der Webseiten möglich, beispielsweise auch Einbindung des Bildes einer Netzwerk-Webcamera
- E-Mail-Alarmierung bei Verletzung von vorgegebenen Grenzwerten
- Updatemöglichkeiten über Eusotec-Downloadseite

Schwächen des Webservers

- Basiert auf proprietärer statt freier Software, sowohl was den Server (Lantronix-Betriebssystem), als auch die in C# programmierten Eusotec-Tools angeht
- Speicherbeschränkung auf 2MB erfordert regelmäßiges Abholen älterer Daten
- Eigenes Website-Templates nur mit mitgelieferter Software und nicht über FTP oder SCP aktualisierbar
- Nur kleine Grafiken in eigene Webseiten integrierbar
- Kein gleichzeitiger Betrieb über WLAN und Netzwerkkabel möglich

Fazit:
Wer nach einer weitestgehend unkomplizierten Möglichkeit sucht (soweit bei Webservern das Wort "unkompliziert" überhaupt angebracht ist), die Daten seiner Wetterstation ins Internet zu bekommen und diese beispielsweise auch zur eigenen Information mittels Handy abrufen möchte, hat mit dem Eusotec-Webserver hierzu eine gute Möglichkeit. Durch die robuste Bauweise und den geringen Stromverbrauch ist ein mehrjähriger Einsatz ohne Wartungsarbeiten realistisch.
Ein Archiv zur langfristigen Speicherung der Wetterdaten und eine Software zur detaillierten Auswertung kann das Gerät jedoch nicht ersetzen. Es ist aber zu hoffen, dass sich durch die geplante Anbindung an PC-Wetterstation eine Kombination ergeben wird, die diese beiden Aufgaben ebenfalls erfüllt.

Testbericht erstellt von .
Zuletzt bearbeitet am 02.02.2010.
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Eusotec WLAN-Minitatur-Webserver
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Stationstyp

Der Eusotec-Webserver ist keine eigene Wetterstation. Als ergänzendes Gerät stellt er vielmehr für die Oregon Scientific WMR 928 NX, die Davis Vantage Pro2 oder die Davis Vue (demnächst im Test) eine PC-unabhängige Internetanbindung dar.

Messgrößen

Abhängig von der angeschlossenen Wetterstation

Erweiterbarkeit

Wird die angeschlossene Wetterstation um neue Sensoren erweitert, sind deren Werte auch mit dem Eusotec-Webserver abrufbar. Die Software des Webservers ist updatefähig.

Ausstattung

Netzwerkanschluss:
WLAN (54 Mbps, WEP, WPA, WPA2) oder Ethernet (10/100 MBit/s)

Anschluss für Wetterstation:
Seriell (RS 232)

Downloads

Handbuch (als PDF)

Fotos

Großer Lieferumfang: Alle nötigen Adapter und Kabel sind enthalten
Rost an der Ventus W 155

Der kompakte Webserver samt Antenne und Netzteil
Wasser im Kompass der W 155

Oberseite mit LAN-Anschluss, welcher alternativ zum WLAN verwendet werden kann
Öffnen des Regenmessers

Unterseite: An die rechte RS232-Schnittstelle wird die Wetterstation angeschlossen
Auch der Batteriewechsel ist ohne Werkzeug möglich.